
Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen. Zu einem Preis.
„Sythe – Die Hüter des Todes“ von Neil Shusterman ist der erste Teil einer utopischen Trilogie. Auf Deutsch erschien Band 1 am 26.06.2019 im Verlag Fischer Sauerländer.

„Scythe – Die Hüter des Todes“ handelt vom Tod und der damit verbundenen Autonomie der Menschheit. Denn der Tod ist das Einzige, was die KI in ‚Scythe‘ nicht kontrolliert. Menschen altern nicht mehr. Wenn sie sterben, kann man sie zurückholen. Um wirklich zu sterben, muss man von einem Scythe getötet werden. Ihre Aufgabe? Die Überbevölkerung kontrollieren. Ihr Alltag? Menschen töten. Sie besitzen nichts. Sie dürfen alles verlangen. Sie schulden einander Rechenschaft. Sie haben die absolute Macht über Leben und Tod.
Aber auch Scythe leben nicht ewig. Irgendwann brauchen sie Nachfolger.
Citra und Rowen werden aufgewählt, um als Scythe ausgebildet zu werden. Ihre Familen feuen sich, denn die Familien von Scythe sind vor diesen sicher. Als jedoch ihr Ausbilder verschwindet, werden sie neuen Mentoren zugeteilt. Um sicherzugehen, dass die beiden in ihrer Ausbildung dennoch ihr bestes geben, wird ihnen ein ultiatim gestellt: Wer auch immer in der Ausbildung besser abschneitet, wird ein Scythe. Der jeweils andere wird ihr erstens Opfer.
Aber Macht beeinflusst Menschen. Die Sycthe kontrollieren den Tod, weil eine Maschine es nicht sollte. Sie tun es, weil sie menschlich sind. Aber Macht kann Menschlichkeit beeinflussen. Nicht alle Scythe wollen das Beste für die Menschheit…
Allgemeines:
- ISBN: 978-3-7373-5698-5 (Taschenbuch, deutsch)
- Länge: 528 Seiten (Taschenbuch, deutsch)
- Auf KU: ja
- Originalsprache: Englisch
- Sprache der gelesenen Fassung: Deutsch (übersetzt von Pauline Kurbasik & Kristian Lutze)
- Vorhandene Formate dieser Fassung: E-Book, Hörbuch, Taschenbuch, Hardcover
- Veröffentlicht: 26.06.2019 (deutsch)
Generelles Inhaltliches:
- Genres: Utopie, Dystopie, Science Fiction, Jugendbuch
- Spice: nein
- Geschwindigkeit im Vergleich zur Länge der Geschichte: medium
- Handlungsstränge: 2
- Blickwinkel/PoVs: 2 (Citra, Rowan)
- Erzählstil: personal (er/sie)
Spezifisches Inhaltliches: ACHTUNG SPOILER
- Inhaltswarnungen: Mord, Gewalt, Selbstmord, Massenmord
- Diversität bei den Charakteren: vorhanden
- Grundstimmung: angespannt
- Tropes: Chosen One, Enemies To Lovers, Morally Grey
- Relationship(s): Verbündete durch Umstände, Familie, Romanze, Freundschaft
Wertung:
Die Bücher werden in 4 Kategorien mit 0 bis 5 Sternen bewertet, halbe Sterne sind möglich. Die Kategorie Schreibstil zählt nur ein Drittel so viel wie die anderen. Die Gesamtwertung ergibt sich rechnerisch.
Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei der Wertung jeweils um die persönliche Meinung der Person handelt, die den Blogeintrag verfasst hat.
(10%) Schreibstil: 4⭐
(30%) Charakter(e) (und -entwicklung): 4⭐
(30%) Setting/Worldbuilding: 5⭐
(30%) Handlung/Plot: 4 ⭐
(100%) Gesamtwertung: 4,3⭐
Altersempfehlung: ab 14 Jahren (thematisch teils heftig, aber durchaus für ein jüngeres Publikum aufgearbeitet)
„Scthe“ ist eine Geschichte, die den Tod gleichzeitig als gelöstes Problem und zentrale Handlung verwendet. In Gestalt der Sichel wird der Tod sichtbar und greifbar. Sie sind gleichermaßen Schutz wie das Einzige, was noch gefährlich ist.
Citra und Rowan bekommen eine Möglichkeit, die viele Menschen sicher gern hätten. Di beiden sind allerdings überhaupt nicht begeistert. Denn mal ehrlich, wessen Traumjob ist es schon, Menschen zu töten? Dazu kommt, dass Scythe in der Öffentlichkeit leicht zu erkennen sind – und gefürchtet werden.
Der Schreibstil ist auch für ein jugendliches Publikum leicht zu verstehen und im Bucheigenen Vokabular findet man sich schnell zurecht.
Beide Charaktere machen eine Entwicklung der persönlichen Werte durch, immer mit den Fragen „Was möchte ich selbst?“ und „Was ist das Beste für die Gesellschaft?“. Dazu kommt Druck von außen: Ihre Familien wollen, dass sie Scythe werden und die anderen Scythe stellen ihnen ein Ultimatum. Was als Berufschance beginnt, verwandelt sich in einen Kampf um das eigene Überleben.
Das Buch ist eine Empfehlung für ältere Jugendliche und Erwachsene. Es ist keine klassische Dystopie, die KI ist nicht böse und die Gesellschaft zeigt sich ohne den Zwang zu arbeiten von einer neuen Seite. Teilweise fühlt „Scythe“ sich an wie ein Gedankenexperiment – aber eines, das Spaß macht!

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