Dystopien sind kein sehr bekanntes Genre, aber weiter verbreitet, als den meisten bewusst ist. Ob es sich nun um Klassiker wie 1984 oder Fahrenheit 451 handelt, oder um modernere Jugendwerke wie Tribute von Panem oder Maze Runner: Das Genre hat viele Fans.
Dystopien sind Gesellschaftskritiken, Warnungen und Satire zugleich. Gefahren werden überspitzt dargestellt und gleichzeitig stellt man fest: So realitätsfern ist die Darstellung gar nicht.



Besonders modernere Bücher gehören oft ebenfalls zum Genre der Science Fiction. Oft wird die Dystopie mit dem post-apokalyptischen Genre verwechselt. Die beiden schließen sich nicht gegenseitig aus, sind aber auch nicht identisch.
In der Postapokalypse haben alle Menschen das gleiche Ziel: Überleben und eine Lösung für das Überleben der Menschheit finden. Oft treffen wir dabei auf Helden, die bereit sind, sich selbst zu opfern.
Ein wichtiger Unterschied ist, dass die Probleme in Dystopien immer menschengeschaffen sind, während in der Apokalyptik die Katastrophe oft von außerhalb kommt – hier trägt niemand die Schuld.
In der Dystopie gibt es ebenfalls ein menschheitsbedrohendes Problem – und eine Lösung dafür. Nur das diese Lösung für einen Teil der Überlebenden alles andere als gut es. Dystopien sind scheinbar Utopien – bis man den Blickwinkel ändert.
In den meisten Dystopien trifft ein scheinbar perfektes System auf Widerstand, da immer mehr Menschen sich nicht anpassen können oder wollen. Die Verluste, die das System fordert, sind keine Helden, sondern ungefragte Opfer.


Dystopien befasse sich mit der Frage „Freiheit oder Sicherheit“. Ein dystopisches System beruht auf einer scheinbaren Sicherheit, für welche die individuelle Freiheit geopfert wird. Die Rebellion bricht aus, wenn die Unterdrückten sich für die Freiheit entscheiden.
Kontrolle
Dystopische Systeme kontrollieren ihre Bewohner. Entweder durch Kameras, Abhörgeräte oder die eigenen Freunde und Familie, oder durch Angst. Wenn du dich nicht anpasst, bist du ein Problem. Nirgendwo bis du sicher. Du kannst niemandem vertrauen.
Ausbeutung
Unterdrückte Gruppen besitzen etwas, was dem Wohl der Allgemeinheit dient. Vielleicht können sie als einzige Kinder bekommen. Oder sie sind immun gegen eine bestimmte Krankheit. Was auch immer es ist, es macht sie als Ressource für das System wertvoller, als als Menschen.
System
Systeme weisen jedem Menschen eine feste Rolle zu. Diese Position ist leicht zu kontrollieren und schwer zu verlassen. Teil eines Systems zu sein soll die darin gefangenen Menschen zufrieden stellen. Oft wird ihnen ein gemeinsamer Feind gezeigt, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.
Viele Dystopien enden mit dem Zerschlagen des schädlichen Systems. Damit ist zwar ein Problem gelöst, jedoch aber nicht das Problem, für welches das System ursprünglich die Lösung war…
