Blood Over Bright Haven

Magie bringt Wohlstand, doch zu welchem Preis?

„Blood Over Bright Haven“ ist ein High Fantasy/Dark Academia Einzelband von M. L. Wang. Auf Deutsch erschien das Buch am 25.02.2025 im Adrian & Wimmelbuchverlag.

Sciona ist die erste Frau, die als Hochmagierin im Hohen Magisterium zugelassen wurde. Ihr Traum ist es dort die Forschung zu Revolutionieren und ein Vorbild für andere Frauen und Mädchen zu sein. Doch in ihrem neuen Kollegium stößt sie auf Ablehnung, keiner nimmt sie ernst. Als Assistent wird ihr der Hausmeister Thomil zugeteilt, dieser war früher Jäger, jetzt ist sein Volk durch eine geheimnisvolle Seuche vom Aussterben bedroht. Er verlor fast seine gesamte Familie bei der Reise in die Stadt Tiran, welche unter einem Schutzschild liegt und nur so vor Magie und Technik strotzt. Sciona und Thomil müssen sich widerwillig arrangieren. Doch schon bald stoßen sie auf ein Geheimnis, das die Sicht auf die Magie und die Forschung für immer verändert. Beide geraten in Gefahr, da es Mächte gibt, die um jeden Preis verhindern wollen, dass das Mysterium öffentlich gemacht wird…

  • ISBN: 978-3985852970
  • Länge: 480 Seiten
  • Originalsprache: Englisch
  • Sprache der gelesenen Fassung: Deutsch (übersetzt von Ulrike Brauns)
  • Vorhandene Formate dieser Fassung: Gebundenes Buch, Taschenbuch, Hörbuch, E-Book
  • Veröffentlicht: 25.02.2025
  • Genres: Dark Academia, High Fantasy
  • Spice: nein
  • Queer Rep.: nein
  • Geschwindigkeit im Vergleich zur Länge der Geschichte: medium
  • Handlungsstränge: 1
  • Blickwinkel/PoVs: 2
  • Erzählstil: personal (er/sie)
  • Inhaltswarnungen: Tod, Blut, Verstümmelung, psychische Gewalt, Verlust von Angehörigen, Trauer, religiöser Fanatismus, Sexismus, Rassismus, Völkermord, Selbstmord, versuchte Vergewaltigung
  • Diversität bei Charakteren: vorhanden
  • Grundstimmung: düster
  • Tropes: Dunkles Geheimnis, Morally Grey Protagonist
  • Relationship(s): Familie, Freundschaft, Mentor-Schülerin

Die Bücher werden in 4 Kategorien mit 0 bis 5 Sternen bewertet, halbe Sterne sind möglich. Die Kategorie Schreibstil zählt nur ein Drittel so viel wie die anderen. Die Gesamtwertung ergibt sich rechnerisch.

Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei der Wertung jeweils um die persönliche Meinung der Person handelt, die den Blogeintrag verfasst hat.

(10%) Schreibstil: 4,5⭐

(30%) Charakter(e) (und -entwicklung): 4⭐

(30%) Setting/Worldbuilding: 5⭐

(30%) Handlung/Plot: 4,5⭐

(100%) Gesamtwertung: 4,5⭐

Altersempfehlung ab 18 Jahren: drastische Gewaltszenen; physiche, psychische, sexuelle Gewalt; komplexe Themen

„Blood Over Bright Haven“ spielt in einer Gemeinschaft, die Frauen für minderwertig und unzureichend hält. Auch als Sciona mehrfach beweist, dass sie ihren Kollegen überlegen ist wird sie belächelt. Gleichzeitig zeigt die Geschichte auch, dass Menschen Opfer und Täter zugleich sein können. Auch wenn Sciona täglich Sexismus erlebt, verhält sie sich anfangs rassistisch gegenüber Thomil. Sie hält sein Volk für Minderwertig und primitiv. Zwar hinterfragt sie ihre Denkmuster im Verlauf des Buches, aber es wird deutlich, dass Vorurteile zu überwinden nicht leicht ist. Das führt dazu, dass Sciona den Großteil des Buches ziemlich unsympathisch ist, was auch daran liegt, dass sie ständig falsche Entscheidungen trifft. Dennoch ist man auf ihrer Seite, da alle anderen Figuren noch unsympathischer und bösartiger sind. Eine Außnahme ist Thomil, der fast alle verloren hat die er liebt und nur in Tiran leben darf um minderwertige Jobs wie Putzdienst zu machen. Sein Leben und sein Wert für die Gesellschaft hängen an seiner Arbeitskraft.

Tiran ist eine Stadt unter einem Schutzschild. Die meisten Einwohner*innen leben in Wohlstand. Durch Magie gibt es Strom und Technik, wie Züge oder Wasserkocher. In der Regel gehen Männer arbeiten, während Frauen den Haushalt schmeißen und für die Bedürfnisse ihrer Männer zuständig sind. Eine Außnahme bilden Menschen von außerhalb, die in der Stadt Zuflucht vor einer tödlichen Seuche namens „Feuerbrand“ suchen. Diese werden als Arbeitskräfte ausgebeutet und haben keine Menschenrechte. Gewaltverbrechen oder Mord an ihnen wird nicht verfolgt. Das Magiesystem ist angelehnt an Computerprogrammierung und Mathematik und wird gut erklärt. Mithilfe einer Tastatur werden Formeln auf Papier zusammengesetzt, um Energie zu fördern. Die Menge und die Koordinaten müssen berechnet werden.

In Tiran spielt auch Religion eine große Rolle. Die Gründer werden als Heilige verehrt und Kritik an ihnen wird nicht geduldet. Auch ihre bösen Taten werden gerechtfertigt, um den Wohlstand zu erhalten. Dabei gibt es immer wieder Steitigkeiten zwischen Menschen, die den Lehren eines Heiligen mehr folgen als den der anderen und welcher Heilige der bessere Forscher und Magier war.

Insgesamt ein sehr intersektional angelegtes Buch. Religion, Geschlecht, soziale Herkunft, Bildung, Race spielen in der Gesellschaft eine große Rolle und bestimmen die eigene Position und Wert in dieser. Die Menschen gehen über Leichen, um ihren Wohlstand zu behalten und Massenmord wird auch mal durch Religion gerechtfertigt. Das zentrale Mysterium ist zwar ziemlich vorhersehbar und die intersektionale Message nicht gerade subtil, aber „Blood Over Bright Haven“ ist ein Buch, das zum Nachdenken und Auseinandersetzen anregt. Besonders über die eigenen Privilegien und der Grausamkeit der Menschheit, nur für eigenen Luxus.

Das Buch ist eine Empfehlung für alle, die „Babel“ von R. F. Kuang mögen.


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