Das Lied der Dunkelheit

Eine Welt überrannt von Dämonen. Und in ihr verstreut, 3 junge Menschen mit besonderen Fähigkeiten.

Das Lied der Dunkelheit“ ist der erste Teil von Peter V. Bretts Dämonenzyklus und erschien auf Deutsch am 04.05.2009 im Heyne Verlag. Auf Englisch erschien das Buch zuerst am 1.9.2008 unter dem Titel „The Painted Man“ und im März 2009 in den Vereinigten Staaten unter dem Titel „The Warded Man“.

„Das Lied der Dunkelheit“ spielt in einer Welt, die nachts von Dämonen beherrscht wird. Nur Schutzzauber halten die Monster von ihrer menschlichen Beute fern. Das Buch erzählt die Geschichte von 3 jungen Menschen, dem Beginn ihrer jeweiligen Lebenswege und ihrem ersten Zusammentreffen.

Die Menschheit muss sich gegen einen unaufhörlichen Strom an Dämonen zur Wehr setzen. Wenige können sich gegen sie verteidigen, noch weniger wagen sich nachts vor die Tür. Aber nicht alle sind damit zufrieden, sich zu verstecken. Manche sind bereit zu kämpfen.

Arlen hat genug von der Feigheit seines Vaters. Nachdem dieser den Tod seiner Ehefrau und Arlens Mutter zugelassen hat, macht er sich auf den Weg in die nächste größere Stadt. Sein Ziel? Einen Weg finden, gegen Dämonen zu kämpfen und sich nicht nur vor ihnen zu verstecken.

Leesha verliert das Ansehen in ihrem Dorf, weil der ihr versprochene Junge falsche Gerüchte über sie verbreitet. Aber es gibt mehr als einen Weg, um sich Respekt zu verschaffen und Leesha hat all die Fähigkeiten, die es braucht, um sie für ihre Leute unersetzbar zu machen.

Roger verliert seine Familie bei einem Dämonenangriff und wird von einem Jongleur mitgenommen, der ihn als seinen Lehrling ausbildet. Als Jongleur ist er ein Reisender, aber kein Kämpfer. Er kennt die Dämonen besser als viele andere und als Verteidigung hat er nichts als seine Musik.

In „Das Lied der Dunkelheit“ folgen wir den 3 Protagonisten durch ihre Jugend bis ins junge Erwachsenenalter, bis sie gegen Ende des ersten Buches erstmals aufeinandertreffen.

ACHTUNG: Dieses Buch beinhaltet stark frauenfeindliche Inhalte, die nicht in die Wertung miteingeflossen sind. Ich kann dieses Buch nicht ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen.

„Das Lied der Dunkelheit“ ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden in einer dauerhaft bedrohten Welt. Es geht um Grenzen und deren Überschreitung, sowie Vertrauen und Vertrauensbrüche.

Die 3 Protagonisten erleben sehr unterschiedliche und gleichzeitig ähnliche Kindheiten, die sie innerlich abhärten und dazu bringen, ihre jeweiligen Fähigkeiten bis zur Meisterschaft zu erlernen. Sie haben nicht viel gemeinsam, außer dem Wunsch, Menschen vor Dämonen zu schützen und dabei nicht selbst zu sterben. Ihre Wege führen sie gegen Ende des ersten Buches der Reihe zusammen.

Die angespannte Grundstimmung der Geschichte wird immer wieder durch kleine Hoffnungsschimmer gehoben und durch verschiedene Vorfälle verschlimmert. Dämonen sind nicht das einzige Problem der überlebenden Menschen. Dicht beieinander haben sich unterschiedliche Kulturen angesiedelt, die lange keinen Kontakt zueinander hatten und verschiedene Wertvorstellungen entwickelt haben. Diese Situation lässt auf ein hohes Konfliktpotenzial in den Folgebänden der Reihe schließen.

Ein größerer Kritikpunkt ist das in dem Buch vermittelte Frauenbild, nachdem Frauen entweder auf ihre Rolle als Mutter oder ihre Jungfräulichkeit reduziert, oder gänzlich unterdrückt werden – je nachdem, in welcher Kultur die Protagonisten sich aufhalten.

Wie die meisten High-Fantasy-Bücher beginnt auch „Das Lied der Dunkelheit“ mit einer langsamen Handlung, welche die Lebensgeschichte und Herkunft der Protagonisten erklärt. Die Ausganssituation am Ende von Buch 1 lässt jedoch auf eine schnellere Handlung in den Folgebänden hoffen.

Ich persönlich habe mich dazu entschieden, diese Geschichte nach Abschluss von Band 1 nicht weiterzulesen, da ich mich mit der Charakterisierung mancher Figuren nicht anfreunden kann und mich der frauenfeindliche Grundton in einer Geschichte, die durchaus auch ohne auskommen würde, stört. (siehe Ende des Beitrags für mehr Info)

Die in diesem Buch erzählte Geschichte ist vergleichbar mit langsamerer High Fantasy wie „Die Gabe der Könige“ (The Assassin’s Apprentice von Robin Hobb) oder „Der Lehrling des Feldschers“ (Greg Walters).

Frauenfeindlichkeit ist meiner Meinung nach in keinem Fall vertretbar und ich möchte die in dieser Reihe dargestellte Haltung in keinem Fall verharmlosen oder entschuldigen. Die Inhalte dieses Buches sind problematisch und besagte Probleme sollten in Rezensionen wie dieser angesprochen werden. Wir möchten keine Werbung für Bücher mit solchen Inhalten machen. Aus gegebenem Grund gibt es auf unserem Instagram-Profil keinen Beitrag zu dieser Buchreihe.

Ich möchte allerdings anmerken, dass bestimmte Bücher Gründe liefern, warum ein frauenfeindliches Weltbild in der dargestellten Kultur Sinn ergibt. Beispiele hierfür sind historische Romane, die das tatsächliche Weltbild zu einer bestimmten Zeit widerspiegeln, oder Dystopien, in denen die Gesellschaft aus einem Grund so geformt wurde. In beiden Punkten sollten die Geschichten jedoch unbedingt die Problematik dieser Inhalte aufgreifen und sie nicht nur als Tatsachen hinnehmen.

In dem in diesem Beitrag vorgestellten Buch liegt kein rechtfertigender Grund vor. Dieser Beitrag existiert nur vor dem Hintergrund, dass Bücher mit problematischen Inhalten besprochen werden müssen und nicht totgeschwiegen werden sollten.


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