Mit allen Sinnen arbeiten – Wahrnehmungen beschreiben

Eine Szene soll für Lesende über deine Hauptfigur erfahrbar gemacht werden. Statt nur zu erzählen, wie die Welt um diese Figur herum aussieht, kannst du sie realer machen, indem du alle Sinne ansprichst. Wie fühlt es sich an? Wie riecht es? Vielleicht kannst du auch beleuchten, wenn ein bestimmter Sinn nichts wahrnimmt, wenn es zum Beispiel dunkel oder unnatürlich still ist. Deine Leser sollen das Gefühl bekommen, mit deinem Protagonisten in der Szene zu stehen. Überlege dir, was du selbst wahrnehmen würdest. Ist es warm oder kalt? Ist es windig oder regnet es? Berührst du etwas? Und das sind nur Beispiele für einen Sinn.

Oft stolpern angehende Schreibende über die Schwierigkeit, alles mit Blicken zu beschreiben. Neben dem wie etwas aussieht wird oft beschrieben, wo jemand hinschaut oder welche Bewegung die Augen machen. Sätze wie „Seine Augen verdunkelten sich“, „Sie kniff sie Augen zusammen“, „Er wandte den Blick ab“ oder „Sie sah auf“ kennen wir alle. Damit sollen Gefühle über Mimik vermittelt werden. Aber ein Gesicht hat mehr als nur Augen. Augenbrauen bewegen sich ebenso, genau wie Lippen und Kiefer- und Halsmuskulatur.

Statt zu beschreiben, wie etwas aussieht, können bestimmte Handlungen auch anders gezeigt werden. Wenn ein Charakter schlucken muss oder mit den Zähnen knirscht, so kann man das hören. Statt „Er ballte seine Hand zur Faust“ kann z.B. geschrieben werden „Sein Griff um meine Hand wurde plötzlich fester“ um das gleiche Gefühl von Anspannung zu übermitteln. Dem Lesenden wird hierbei ein Gefühl statt einem Bild vermittelt, was eine umfassendere Darstellung der Szene ermöglicht.

Je mehr ein Charakter von einen anderen mitbekommt, desto mehr interessiert er sich für den anderen. Besonders Körperkontakt kann die Beziehung zwischen Figuren verdeutlichen. Ein Freund wird anders behandelt als ein Liebhaber und jemand, den man respektiert, anders als jemand, vor dem man sich ekelt. Überlege dir also genau, wie deine Charaktere sich verhalten. Jeder Moment, in dem deine Figur anwesend ist, formt sie in den Gedanken deiner Leserschaft. Pass auf, dass alle Stücke zusammenpassen!


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