Helden

Helden sind meist Protagonisten. Was sie auszeichnet, ist dass sie nicht um die Position als Held gebeten haben. Sie werden von den Umständen hineingezwungen.

Ob wir es nun mit einem klassischen Auserwählten zu tun haben oder mit jemandem, der zufällig zur richtigen zeit am richtigen Ort ist, Helden tun heldenhaftes nicht weil sie es wollen, sondern weil sie es müssen. Sie machen das Beste aus einer schlimmen Situation.

In der Regel haben Helden sehr viel Unterstützung um sich. Vorbilder, Verbündete und Mentoren umgeben sie zu fast jeder Zeit. In Schlüsselmomenten sind Helden allerdings auf sich gestellt.

Helden führen kein besonders glückliches Leben. Ihre Situation belastet sie. Dazu kommt, dass ihre Taten sie ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Sie sind gegen ihren Willen berühmt.

Die Erwartungen an einen Helden steigern sich im Laufe der Geschichte. Menschen um sie herum fangen an, sich Außergewöhnliches von ihnen zu erhoffen, es sogar zu erwarten. Nicht selten wird vom Helden erwartet, dass er oder sie sich zum größeren Wohl opfert. Scheinbar passiert das freiwillig, aber sind wir mal ehrlich: Katniss konnte nicht nein sagen, als Coin sie als Gesicht für die Rebellion wollte (Tribute von Panem), Harry ging nicht in den Wald um sich umbringen zu lassen, weil er das unbedingt wollte (Harry Potter) und Aelin wurde von ihren Vertrauten überstimmt (Throne of Glass).

Helden steht oft ein Happy End in Aussicht, wenn sie dieses Opfer überleben. Sie kommen mehr oder weniger unbeschadet aus der Situation heraus und führen im Anschluss an die erzählte Geschichte ein glückliches und nahezu perfektes Leben. Sie wachsen an ihren Aufgaben und verändern sich. Zum Ende einer Geschichte hin haben sie sich meist an ihre Rolle gewöhnt. Auch wenn sie den Rest ihres Lebens im Zentrum der Öffentlichkeit stehen sollten, stören sie sich daran immer weniger. Nicht selten ziehen sie sich auch aus der Öffentlichkeit zurück und leben ein ruhiges Leben. Lesende sollen das Gefühl bekommen, dass diese Charaktere für all die Ungerechtigkeiten, die sie erfahren haben, belohnt werden – und wenn es nur mit einer Pause von ihrem Leben als Held ist.