Anathema (The Eating Woods)

„Anathema“ von Keri Lake ist Band 1 einer bisher nicht beendeten High-Portal-Fantasy. Es erschien auf Deutsch am 01.06.2026 im LYX-Verlag.

„Anathema“ ist eine düstere Geschichte über die dunkleren Seiten von Gesellschaften und Menschen, die zeigt, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind, um ihre Prioritäten zu erreichen…

Maevyth ist angeblich verflucht. Ihr einziger Wert ist es, den richtigen Mann zu heiraten. Nur dass dieser ein Monster ist und sie kein Interesse an ihm hat. Sie möchte nur ihre Schwester beschützen. Als diese sich jedoch in Schwierigkeiten bringt, bleibt ihnen nur noch die Flucht in die Eating Woods – einen Wald, den noch nie jemand wieder verlassen hat.

Mitten in den Eating Woods gibt es ein Portal in eine andere Welt. Langlebige, seltsame und gefährliche Kreaturen leben dort. Magie existiert. Alles ist so viel größer und mehr. Die Freiheit, die Fähigkeiten und die Grausamkeiten. Maevyth will nur ihr Leben retten und ihre Schwester finden. Dabei stört es sie erheblich, dass ein Assassine des Königs sie gefangen halten und ihr Magie beibringen möchte.

Savander hat andere Prioritäten. Die kleine Sterbliche, die in seine Welt gestolpert ist, scheint die Lösung seiner Probleme zu sein. Nur dass er sie aus irgendeinem Grund nicht töten kann. Dazu kommt, dass die Prophezeiung, auf die er sich schon sein ganzes Leben verlassen hat, scheinbar falsch ist. Und ihm läuft die Zeit davon…

„Anathema“ ist eine Geschichte von Verzweiflung, Gewalt und Ungewissheit, die beim Lesen Empörung, Mitgefühl und Wut auslöst. Wer auf der Suche nach einer leichten Lektüre ist, ist hier falsch!

Maevyth stellt eine Protagonistin dar, mit der man sich beim Lesen identifizieren muss. Savander ist ein Gegensatz dazu: Seine Entscheidungen sind schwerer nachvollziehbar, seine Vergangenheit findet sich und seine Zukunft ist unsicher. Die beiden sind aufeinander angewiesen, was sie zur Zusammenarbeit zwingt. Mich hat dabei gestört, dass es bei ihnen ständig darum geht, wie attraktiv sie sich gegenseitig finden. An dieser Stelle hätte man beiden Figuren mehr Tiefe geben können.

Der Schreibstil, ist gut zu verstehen, auch wenn man sich in das Vokabular des Buches zuerst einlesen muss. Es gibt keine „gängigen“ Wesen, die man aus anderen Büchern kennt, sondern nur solche, von denen man noch nie gehört hat. Diese werden jedoch ausreichend beschrieben, um eine Vorstellung zu bekommen.

Das Buch hat keine „Relief-Momente“, sondern behält seine finstere Stimmung von Anfang bis Ende bei.

Meiner Meinung nach kann dieses Buch nicht mit den Spitzenreitern des Fantasy-Genres mithalten, was aber auch daran liegen kann, dass ich eher kein Fan von Dark Fantasy bin. Dennoch würde ich dieses Buch denjenigen empfehlen, die nicht unbedingt nach einem Happy End in ihren Geschichten suchen.


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