HEX

„HEX“ ist ein Horror-Roman von Thomas Olde Heuvelt. Das Buch erschien am 16.10.2017 auf Deutsch im Heyne Verlag.

In der Kleinstadt Black Spring lebt eine 300 Jahre alte Hexe. Augen und Mund sind zugenäht, daher ist die Gefaht gebannt. Dennoch herrschen strenge Regeln im Kleinstadtleben: Die Bewohner:innen dürfen den Ort nur begrenzt verlassen, das Internet wird kontrolliert und außerhalb des Dorfes darf man nicht über die Hexe sprechen, nicht einmal mit Freunden und Verwandten. Kinder und Jugendliche, die in Black Spring wohnenund aufwachsen müssen für immer dort leben, ansonsten ist das eigene Leben durch die Hexe bedroht. Als ein paar Jugendliche genug von der strengen Kontrolle haben und sich eine Lockerung der Regeln wünschen nehmen sie heimlich Videos von der Hexe auf, um mit dem Stadtrat zu verhandeln. Als das öffentlich bekannt wird fängt der Horror erst richtig an…

  • ISBN: 978-3453319066
  • Länge: 432 Seiten (Paperback)
  • Originalsprache: Niederländisch
  • Sprache der gelesenen Fassung: Deutsch (aus dem Englischen übersetzt von Julian Haefs)
  • Vorhandene Formate dieser Fassung: Paperback, E-Book, Hörbuch
  • Veröffentlicht: 16.10.2017
  • Genres: Horror
  • Spice: Nein
  • Queer. Rep.: Ja (schwuler Nebencharakter)
  • Geschwindigkeit im Vergleich zur Länge der Geschichte: mittel
  • Handlungsstränge: 1
  • Blickwinkel/PoVs: 4
  • Erzählstil: Allwissender Erzähler
  • Inhaltswarnungen: Tod, Gewalt, Selbstmord, Selbstmordgedanken, Auspeitschung von Minderjährigen
  • Diversität bei den Charakteren: wenig
  • Grundstimmung: gefährlich, bedrohlich, autoritär
  • Tropes: Verfluchte Kleinstadt, Paranoia, Supernatural Secret, Isolation
  • Relationship(s): Familie, Freundschaft

Die Bücher werden in 4 Kategorien mit 0 bis 5 Sternen bewertet, halbe Sterne sind möglich. Die Kategorie Schreibstil zählt nur ein Drittel so viel wie die anderen. Die Gesamtwertung ergibt sich rechnerisch.

Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich bei der Wertung jeweils um die persönliche Meinung der Person handelt, die den Blogeintrag verfasst hat.

(10%) Schreibstil: 4⭐

(30%) Charakter(e) (und -entwicklung): 4⭐

(30%) Setting/Worldbuilding: 4⭐

(30%) Handlung/Plot: 4⭐

(100%) Gesamtwertung: 4⭐

Dieses Horrorbuch besticht durch psychologische Atmosphäre. Erst werden die Charaktere und das Kleinstadtleben, samt Regeln für die Hexe, eingeführt. Erst dann beginnt nach und nach der Horror. Die Charakterzeichnung ist gelungen, sodass man mitfühlt und die Handlungen der Figuren nachvollziehen kann, auch wenn sie sich offensichtlich falsch verhalten. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven: Ein Jugendlicher, der mit seinen Freunden die Hexe filmt; sein Vater, der ein angesehener Arzt ist; ein Mitglied des Stadtrats, das für die Einhaltung der Regeln zuständig ist und eine Bewohnerin, die ihren Sohn beschützen möchte. Auch wenn von Anfang an klar ist, dass die Hexe gefährlich ist wird die zunehmende Paranoia der Bewohner:innen für einige Charaktere noch gefährlicher. Dadurch wird öfter die Frage aufgeworfen wer eigentlich das wahre Monster ist: Die Hexe oder die Menschen? Zum anfänglichen Psychohorror kommen später auch immer mehr Gewaltszenen hinzu, passend zur immer weiter Fortschreitenden Eskalation. Gleichzeitig trifft auch Tradition auf Moderne, die Kinder und Jugendlichen werden durch die Erwachsenen eingeschränkt. Ihr Lebensweg ist schon vorbestimmt: Sie dürfen die Stadt nicht lange verlassen und müssen dort wohnen bleiben, Internet und Medien werden kontrolliert und man darf selbst mit nahen Verwandten oder Freunden von außerhalb nicht über die Hexe sprechen. Die Jugend hofft auf eine Lockerung der Regeln und Verständnis der Älteren. Die Menschen haben so sehr Angst vor der Hexe, dass auch mal öffentlich abgestimmt wird, ob man die jugendlichen Unruhestifter, die gegen Regeln verstoßen, öffentlich auspeitschen soll. Langeweile kommt hier nie auf. Interessant ist hier auch, dass die Bedrohung schon von Anfang an bekannt ist und den Alltag der Menschen bestimmt. Im Gegensatz zu anderen Horrorbüchern, wo etwas Fremdes, Unerklärliches die anfangs intakte Gesellschaft stört. Trotzdem ist man auf das was kommt nicht vorbereitet.

Das Buch ist eine Empfehlung für alle die gerne atmosphärischen Kleinstadthorror lesen. Die Figuren und das Setting werden erst langsam aufgebaut, um dann im letzten Drittel die Situation eskalieren zu lassen, auch in immer häufiger werdenden Gewaltszenen.


von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert