Die Postapokalyptik ist die großer Schwester der Dystopie. Sie ist das, was vorher passiert. Die ursprüngliche Katastrophe. Anders als in der Dystopie spielt die Apokalypse nicht unbedingt in der Zukunft, sondern viel häufiger in der Gegenwart. Von einem Moment auf den anderen steht die Welt Kopf und alles mögliche kann der Grund sein. Bekannte Beispiele sind Zombieapokalypsen, Alieninvasionen oder auch Naturkatastrophen. Wichtig ist hierbei: Kein Mensch trägt die Schuld am Problem. Alle ziehen am gleichen Strang – in der Theorie.
Die „Reihenfolge“ dieser Weltuntergangsgenres ist:
Apokalyptik – Postapokalyptik – Dystopie
oder anderes ausgedrückt:
Problem – Lösung – durch Lösung entstandenes neues Problem.
In der Apokalyptik geht es meist darum, wie verschiedene Menschen auf die Katastrophe reagieren. Wer flieht? Wer kämpft? Wer ergibt sich und wer weigert sich aufzugeben? Und am wichtigsten: Wer ist bereit, was zu opfern? In einer Apokalypse wird die Welt großflächig zerstört. Egal wie es ausgeht, hinterher bleibt immer ein Bild der Zerstörung zurück – perfekter Nährboden für eine dystopische Welt.

Es geht also um das reine Überleben der Menschheit. Darum, wie möglichst viele Menschen überleben können. Das fordert in aller Regel Opfer. Helden, die bereit sind, sich für ein größeres Wohl zu opfern. Manchmal in aller Öffentlichkeit, manchmal ohne dass es jemand mitbekommt: diese Helden sorgen dafür, dass zumindest ein Teil der Menschheit übrig bleibt.
In der Dystopie geht es dagegen weniger um die Menschheit, als um die Menschlichkeit.
Dazwischen schiebt sich die Postapokalyptik. Hier bauen die Überlebenden die Welt mit dem wieder auf, was ihnen noch zur Verfügung steht.

Man sagt, der 4. Weltkrieg wird wieder mit Keulen ausgefochten, weil sonst nicht mehr übrig ist. Die Menschen haben zwar noch die Erinnerung an alle möglichen technischen Errungenschaften, aber sie reisen zu Pferd und kochen über offenem Feuer. Träume treffen auf Hilflosigkeit.
Die Postapokalyptik ist ein vergleichsweise „langsames“ Genre. Szenen sind weniger actiongeladen als in der Apokalyptik. Im Vordergrund stehen Charakterentwicklung und „innere“ Vorgänge. Wenn jemand alles verloren hat, erfährt man, wer ein Mensch (oder Charakter) wirklich ist.

