Pest – Laura Thalassa

Die 4 Reiter der Apokalypse künden das Ende der Welt an. Sie können nicht aufgehalten werden. Jedenfalls nicht mit Waffen.

Pest ist Teil 1 einer Tetralogie von Laura Thalassa. Auf Deutsch erschien Teil 1 am 28.04.2022 im Verlag Grey Eagle Publications. Auf Englisch erschien das Buch unter dem Titel „Pestilence“ am 15.08.2023.

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Pest handelt vom Ende der Welt, verschuldet durch die Menschheit und ausgeführt von einer höheren Macht. Das Buch beleuchtet die hellen und dunklen Seiten der Menschlichkeit und bewegt sich zwischen Verzweiflung und Hoffnung, Trauer und Humor und der Frage was Menschen tun, wenn sie dem sicheren Tod gegenüberstehen.

Die 4 Reiter der Apokalypse kamen auf die Erde. Sie verbreiteten Chaos und Zerstörung, bevor sie wieder verschwanden. Jahre später taucht der Erste von ihnen wieder auf. Und mit ihm: Die Pest.

Sara ist Feuerwehrfrau. Gemeinsam mit Arbeitskollegen, die alle keine Familien haben, ist sie zurückgeblieben in einer Stadt, die evakuiert wurde. Durch Zufall entscheiden sie, wer von ihnen es beenden soll. Wer bleibt, bis Pest auf seinem weißen Pferd kommt und tötet ihn? Wer rettet die Menschheit und gibt damit sein eigenes auf? Denn Pest zu nahe zu kommen bedeutet eine Infektion, die immer tödlich endet. Sara verliert die Losrunde.

Ein Schuss kann Pest nicht töten. Auch Feuer kann ihn nicht lange stoppen. Sara hat schon mit ihrem Leben abgeschlossen, als der tödliche, wunderschöne apokalyptische Reiter ihr eröffnet, dass er sie nicht töten wird. Für das, was sie getan hat, soll sie leiden. Und dafür muss sie am Leben bleiben.

Seine Pest infiziert sie nicht. Aber das Leiden der Menschen um sie herum, raubt ihr den Verstand. Die Menschen schenken ihr Mitleid, andere Misstrauen. Niemand weiß, wer sie ist, oder warum sie sich auch nach Wochen in Begleitung des Reiters nicht infiziert.

Und Pest? Er ist eine grausame Naturgewalt. Aber er steckt zum ersten Mal seit Beginn seiner Existenz in einem menschlichen Körper. Und je länger er sich in Gesellschaft von Sara aufhält, desto mehr lernt er darüber, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Aber er hat eine Aufgabe. Einen einzigen Existenzgrund: Die Menschheit vernichten, für das, wozu sie geworden ist. Denn sie sind unumkehrbar verdorben. Richtig?

  • Inhaltswarnungen: Blut, Tod, Folter

„Pest“ ist eine Reflektion der Menschheit, die ihrem unumstößlichen Ende gegenübersteht. Die verschiedenen Reaktionen der Menschen sind interessant und regen zum Nachdenken an. Wie gut kennt man einen Menschen wirklich, bis man ihn in einer Situation erlebt, in der er nichts mehr zu verlieren hat? Wie würde ich mich selbst in dieser Situation verhalten?

Sara ist als Einzige vor dem Tod sicher. Sie ist die einzige, die sich längere Zeit in der Gesellschaft von Pest aufhalten kann – und muss. Damit kann nur sie ihn aufhalten. Aber wie? Pest ist kein Mensch, sondern die Personifikation aller Infektionen und Krankheiten und die kann man nun mal nicht erschießen. Ihre einzige Chance? Ihn umstimmen.

Nur wie stimmt man das übermenschliche Wesen um, das sich in den Kopf gesetzt hat, dich zu foltern?

„Pest“ erzählt vom Ende der Welt und beleuchtet dabei die Grundzüge und Feinheiten der Menschlichkeit. Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Und wie viel Menschlichkeit bist du bereit aufzugeben, um dein Überleben zu sichern?

Die Handlung des Buches ist nicht besonders schnell. Es ist mehr eine Charakterentwicklung als eine tatsächliche Handlung, die sich zum Ende hin immer mehr zuspitzt. Beide Hauptcharaktere gehen an ihre körperlichen und mentalen Grenzen.

Ich empfehle dieses Buch denjenigen Lesenden, die zugunsten von Charakterentwicklung auf eine schnelle und aufregende Handlung verzichten können. Es muss allerdings gesagt werden, dass Pest nicht mit Meisterwerken der Charakteraufstellung wie „The Atlas Six“ (Olivie Blake) oder „Six of Crows“ (Leigh Bardugo) mithalten kann. Dazu kommt, dass die Folgebände sich hauptsächlich auf die Romanzen zwischen den Protagonisten konzentrieren und inhaltlich nicht mit Band 1 mithalten können.

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